back.intern 01/2012
WLAN oder Hotspot — was passt besser?
Für die Einrichtung von Hotspots ist der Softwarespezialist Goecom zwar nicht zuständig. Als IT-Fachmann weiß Prokurist Bernd Ratzel aber trotzdem Bescheid. Von Sinn und Zweck des freien Internetzugangs an Cafestandorten ist er überzeugt: "Es ist ein toller Service für die Kunden. Beispielsweise für Stammgäste, die in der Mittagspause auf ihre Facebook-Seite oder auf private Mails zugreifen möchten. Allerdings gelte es, die Risiken zu minimieren." Hier sind seine Tipps:
WLAN oder Hotspot? Die Technologien sind ähnlich, in der Anwendung gibt es jedoch Unterschiede. Möglichkeit eins: Sie haben einen DSL-Zugang in Ihrer Filiale, installieren einen WLAN-Router, wie Sie ihn auch für Ihren Geschäfts-PC haben, und gewähren Ihren Gästen Zugang zu diesem drahtlosen WLAN-Netzwerk. Die Kosten für Installation und Flatrate halten sich in Grenzen, dafür sind aber die Gefahren durch Missbrauch relativ groß. Möglichkeit zwei: Lassen Sie von einem Anbieter wie The Cloud einen Hotspot einrichten. Bei dieser Lösung brauchen Sie sich um nichts zu kümmern - dafür ist sie teurer.
So sichern Sie Ihr internes WLAN-Netzwerk: Falls sich Ihr Gast lediglich auf dem Router einloggen muss, ist eine Kontrolle sehr schwer. Installieren Sie deshalb einen Proxy-PC zwischen Router und Internet. Damit können Sie Begrenzungen festlegen, zum Beispiel für die maximale Downloadmenge, oder indem Sie bestimmte Seiten und Inhalte sperren. Zu empfehlen ist, dass sich jeder Nutzer mit einem eigenen Passwort anmeldet und dann über seine MAC-Adresse zurückverfolgt werden kann. Auf der anderen Seite sollten Sie jeden Zugang einzeln mit einem Sicherheitsstandard wie WPA2 verschlüsseln, damit der Rechner Ihres Gastes nicht durch Spähprogramme gefährdet wird. Achten Sie auf eine Zugangsgeschwindigkeit von mindestens drei Megabits/Sekunde, damit das Surfen auch Freude macht. Dies alles müssen Sie nicht selbst können: Lassen Sie Ihre technische Lösung von einem Techniker eines Systemhauses einrichten. Die Kosten für WLAN-Router plus Proxy liegen bei 400 bis 500 Euro pro Standort, hinzu kommt die Einrichtung durch einen Techniker. Da Sie immer noch die Verantwortung haben, sollten Sie einen Haftungsausschluss für illegale Nutzung aushängen und den Gast eine Nutzungsvereinbarung unterschreiben lassen. Und noch etwas: Trennen Sie das Kunden-Netzwerk durch einen eigenen Zugang physikalisch von Ihrem firmeninternen Netzwerk und von den Kassen! Trotz allem ist ein WLAN-Netzwerk nie völlig sicher.
Vorteile eines Hotspots: Ich würde daher einen echten Hotspot empfehlen. Um ins Internet zu gelangen, authentisiert sich der Gast zunächst auf einer Anmeldeseite des Providers. Damit sind Sie aus der Haftung raus. Der Provider stellt die Technik und bietet dabei eine hohe Geschwindigkeit. Eine Zeitbegrenzung von zum Beispiel 30 oder 60 Minuten ist leicht zu realisieren. Sie haben mit einem echten Hotspot also viel weniger Probleme als mit einem eigenen WLANNetzwerk. Für weitere Informationen über diese Technik empfehle ich Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Hot_Spot_(WLAN)).

